Tipps für die Kreditprüfung

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Kreditscoring

Bei praktisch allen Kreditinstituten ist es üblich, die Kreditwürdigkeit eines Antragstellers nach einem individuellen Punktesystem zu bewerten. Dieses Punktesystem nennt man Kreditscoring. Jede Bank verwendet ihr eigenes System. Wird die geforderte Mindestpunktzahl im Scoring nicht erreicht, wird der Kreditantrag abgelehnt. Umgekehrt wird der Kredit umso großzügiger gewährt, je höher die Punktzahl ausfällt. Mit höheren Scoringwerten und damit besserer Bonität kann man oft auch bessere Kreditkonditionen (Zinssätze) aushandeln.

Ein Scoring wird anhand der vom Antragsteller eingereichten Selbstauskunft vorgenommen. Diese enthält z.B. Angaben zum Beruf und dem monatlichen Einkommen. Außerdem muss man normalerweise sein Einverständnis geben, dass die Bank eine SCHUFA-Auskunft einholt. Diese Informationen wertet die Bank aus (englisch „score“: Auswertung). Die Scoring-Einstufungen ergeben sich in der Regel wie folgt:

Gesamtpunktzahl unter der Mindestgrenze: Ablehnung des Antrages

Gesamtpunktzahl innerhalb Stufe 1: die Bank fordert erhöhte Sicherheiten

Gesamtpunktzahl innerhalb Stufe 2: normale Sicherheiten sind erforderlich Gesamtpunktzahl über einem Wert x: Kredit wird problemlos gewährt.

Selbstauskunft über Einkommen und Sicherheiten

Drei Punkte sind bei einer Kreditvergabe von besonderem Einfluss:

– ein gesichertes Einkommen und/oder ein gediegenes Vermögen

– eine gute SCHUFA-Auskunft und

– dass einem der Bankangestellte wohlgesonnen ist.

Bei einem Kreditantrag wird zunächst eine Selbstauskunft vom Antragsteller gefordert.

Darin sind meist folgende Punkte enthalten:

– persönliche Daten

– falls verheiratet: Zugewinngemeinschaft oder Gütertrennung?

– Arbeitgeber

– Position und seit wann beschäftigt?

– Einnahmen und Ausgaben

– Vermögen und Verbindlichkeiten

– Lebensversicherungen

Die Angeben auf diese Fragen sollten weitestgehend wahrheitsgemäß erfolgen. Zwar haben unrichtige Antworten keine rechtlichen Folgen, das Kreditinstitut ist in der Folge aber auch nicht mehr an das Kreditangebot gebunden.

Folgende Sicherheiten kann man gegenüber den Kreditinstituten angeben:

– regelmäßiges Gehalt

– Lohn- und Gehaltsabtretung

– Abtretung aus Ansprüchen aus einer Kapitallebensversicherung

– Abschluss einer Restschuldversicherung

– Sicherungsübereignung (zum Beispiel ein Auto)

– Grundschuld, Hypothek (Pfandrecht an Grund und Boden)

– Verpfändung von Sparguthaben und Wertpapieren

– Mitverpflichtung

– Bürgschaft

Das Bankauskunftsverfahren

Bankauskünfte darf eine Bank nur über juristische Personen und im Handelsregister eingetragene Kaufleute erteilen, sofern sich die Anfrage auf deren geschäftliche Tätigkeit bezieht.

Über Privatkunden (wenn z.B. ein großer Kredit für einen Hausbau ansteht) dürfen Banken nur dann eine Bankauskunft an Dritte geben, wenn diese im
Bankauskunftsverfahren
jeweiligen Einzelfall ausdrücklich zugestimmt haben. Außerdem muss der Antragsteller glaubhaft darlegen, dass er ein berechtigtes Interesse an der gewünschten Auskunft hat.

Obendrein darf nicht die Annahme bestehen, dass der Erteilung der Bankauskunft schutzwürdige Belange des Kunden widersprechen.

Ein Unternehmen, das nicht möchte, dass per Bankauskunft Informationen preisgegeben werden, kann seiner Hausbank die Erteilung von Bankauskünften untersagen. Ein möglicher Anfragender erhält dann aber die negative Information, dass das Unternehmen die Bankauskunft verweigert. Dies legt den Umkehrschluss nahe, dass es etwas zu verbergen haben könnte und diese Tatsache wirft nicht unbedingt ein gutes Licht auf das Unternehmen.

Finanzamt und Co. – muss die Bank Auskunft geben?

Der Staat hat gegenüber Privatpersonen bei besonderen sowie konkreten Anhaltspunkten das Recht, eine Bankauskunft über sie einzuholen. Das Bankgeheimnis ist in diesem Fall also aufgeweicht.

Auch und vor allem das Finanzamt hat das Recht, Banken als „auskunftspflichtige Dritte“ als Informationsquelle zu nutzen (§§ 93 I, 249 AO Abgabenordnung). Auch hier ist es jedoch so geregelt, dass die Finanzbehörde nicht ohne konkrete Verdachtsmomente für eine Steuerhinterziehung eine solche Bankauskunft erfragen darf. Stirbt ein Bankkunde jedoch, ist die Bank gegenüber dem für die Erbschaftssteuer zuständigen Finanzamt sogar verpflichtet, den Finanzstatus offenzulegen, wenn das Gesamtguthaben des Verstorbenen höher als 1.200 Euro ist. Dann müssen Guthabenkonten, Wertpapierdepots und angemietete Banksafes per Bankauskunft mitgeteilt werden (§ 33 ErbStG).

– Auskunft gegenüber dem Arbeitsamt: Nach § 315 SGB III kann das Arbeitsamt von allen Geldinstituten Auskunft über das Guthaben des Arbeitslosenhilfeempfängers sowie seines Partners (verheiratet oder nicht-ehelich) verlangen. Auch in diesem Fall muss das Arbeitsamt jedoch einen konkreten Anlass benennen können.

Dieser liegt oft in solchen Fällen vor, wenn ein ehemaliger Arbeitnehmer eine Abfindung bekommen hat, diese aber später bei Beantragung der Arbeitslosenhilfe nicht mehr aufgeführt wird. Gleiches gilt für den Fall, wenn der Antragsteller die Freistellungsaufträge für die Zinsbesteuerung nicht angeben kann.

– Auskunft gegenüber dem Sozialamt: Das Sozialamt kann sozialrechtlich nur dann die Verpflichtung der Bank geltend machen, Auskunft über den Finanzstatus eines Kunden zu geben, wenn dieser im Zuge der Anfrage seine Bank von ihrer Verschwiegenheitspflicht ausdrücklich befreit. Auch hier muss per Rechtssprechung ein konkreter Anlass zur Fragestellung vorliegen, ein einfaches Formpapier des Sozialamtes mit der Bitte um Auskunft reicht nicht aus.

Widerspricht bei einer solchen Anfrage ein Sozialhilfeempfänger jedoch der Aufhebung der Verschwiegenheitspflicht, so kann er sich sicher sein, zukünftig größte Probleme mit seinem Sozialamt zu haben. Dieses wird die Haltung vertreten, dass für die Beantragung von Sozialhilfe die Auskunft über die Vermögenslage als eine der Grundvoraussetzungen unbedingt notwendig sei.

PostIdent-Verfahren

Eine weitere Auskunft, die von der Bank bei einem Kreditantrag verlangt wird, ist es, seine Identität bestätigen zu lassen.

Hier kommt das PostIdent-Verfahren zum Einsatz. Mitarbeiter der Deutschen Post identifizieren Personen sicher und auf persönlichem Weg: ein mit dem Kreditantrag ausgehändigter PostIdent-Coupon
wird zusammen mit dem Personalausweis und dem Kreditantrag in der nächstgelegenen Postfiliale vorgelegt.

Der Mitarbeiter vergleicht die Angaben mit den Daten auf dem Personalausweis (oder trägt sie selber im Coupon ein) und bestätigt mit einem Stempel und seiner Unterschrift, dass der Inhaber des Personalausweises identisch mit dem Antragsteller auf dem Papier ist. Auch der Antragsteller muss unterschreiben. Zudem wird kontrolliert, ob die Adressangaben noch stimmen. Wer keinen Personalausweis, sondern nur einen Reisepass besitzt, muss zusätzlich eine Meldebestätigung vorlegen.

Der Kreditantrag selbst muss übrigens nicht vorgelegt werden, es reicht, wenn er in einem Umschlag mitgeführt wird. Zusammen mit dem PostIdent-Coupon steckt die Post den Antrag in einen eigenen Briefumschlag und schickt ihn an die Bank des Antragstellers. Durch das PostIdent-Verfahren ist gesichert, dass niemand unter einem anderen Namen einen Kredit beantragt.

Auch werden durch dieses Vorgehen die Regelungen des deutschen Geldwäschegesetzes eingehalten. Dieses beinhaltet, dass ein Kreditinstitut bei einer Kontoeröffnung oder Kreditvergabe die Identität des Kunden beglaubigen muss.

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